Für ein wirkungsorientiertes Nachhaltigkeitsmanagement bedarf es geeigneter Ziele, Indikatoren und Daten, mit denen die Zielerreichung gemessen und gesteuert werden kann. Zur Unterstützung einer datenorientierten Steuerung der nachhaltigen Entwicklung in Kommunen stehen drei Instrumente zur Verfügung: das SDG-Portal, der Wegweiser Kommune und der KECK-Atlas.

Das Ziel des SDG-Portals besteht darin, Kommunen schnell und intuitiv einen ersten Eindruck über den aktuellen Stand auf dem Weg zu einer nachhaltigen Entwicklung zu vermitteln. Der Fokus liegt dabei auf einer Darstellung und Bewertung aktueller Tendenzen bei ausgewählten Indikatoren für die relevanten internationalen Nachhaltigkeitsziele (Sustainable Development Goals, SDGs). Die kurzfristigen Zeitvergleiche können individuell durch langfristige Zeitvergleiche und einzelne interkommunale Vergleiche ergänzt werden. Diese erste Bestandaufnahme sollte – z. B. mit Hilfe des Wegweisers Kommune und des KECK-Atlas – um weitere Informationen und Analysen ergänzt werden, um Handlungsbedarfe auf dem weiteren Weg zu einer nachhaltigen Entwicklung im Sinne der SDGs zu ermitteln.

Der Wegweiser Kommune ist ein Portal, in dem kommunale Daten und Statistiken, gute Beispiele bzw. Praxisprojekte, Handlungsempfehlungen sowie Berichte für ausgewählte Themen (Bildung, Demographischer Wandel, Finanzen, Integration, Nachhaltigkeit / SDGs, Pflege, Soziale Lage, Wirtschaft und Arbeit sowie Wanderungen nach Ziel und Herkunft) bereitgestellt werden

Der KECK-Atlas bietet Kreisen, Städten und Gemeinden sowie sonstigen registrierten Nutzerinnen und Nutzern die Möglichkeit, Daten auf kommunaler oder kleinräumiger Ebene einzustellen, graphisch aufzubereiten, in Berichtsform darzustellen und gegebenenfalls öffentlich sichtbar zu machen.

Das SDG-Portal und der Wegweiser Kommunen enthalten Daten bzw. Informationen für alle Städte und Gemeinden mit über 5.000 Einwohnerinnen und Einwohnern in Deutschland sowie alle Landkreise. Der KECK-Atlas kann von allen Kommunen – unabhängig von ihrem Typ und ihre Größe – genutzt werden.

Das SDG-Portal soll Kommunen dabei unterstützen, Handlungsbedarfe auf dem Weg zu einer nachhaltigen Entwicklung, die sich an den Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen orientiert, zu ermitteln. Dabei findet eine Schwerpunktsetzung auf diejenigen Nachhaltigkeitsziele statt, die im Allgemeinen für deutsche Kommune als relevant (problem- und aufgabenrelevant) eingestuft werden können. Die Abbildung dieser Ziele erfolgt durch Indikatoren, die flächendeckend, d. h. zumindest auf Ebene der Kreise und kreisfreien Städte sowie für mehrere Jahrgänge zur Verfügung gestellt werden können. Bei den SDG-Indikatoren handelt es sich zunächst nur um eine Empfehlung für die Kommunen in Deutschland. Jede Kommune kann, soll und muss – vor dem Hintergrund der jeweiligen Rahmenbedingungen, Schwerpunktsetzungen und Datenverfügbarkeit – selbst entscheiden, welche Indikatoren für die Abbildung ihrer jeweiligen nachhaltigen Entwicklung am besten geeignet sind.

Handlungsbedarfe auf dem Weg zu einer nachhaltigen Entwicklung vor Ort können auf der Grundlage verschiedener Faktoren bzw. Informationen ermittelt werden. In Frage kommen z. B.: Zeitvergleiche (kurz-, mittel- und langfristig), interkommunale Vergleiche (mit Hilfe von Einzel- oder Durchschnittswerten anderer Kommunen), intrakommunale Vergleiche (in Bezug auf eine kleinräumige Gliederung der Kommune, wie z. B. anhand einzelner Quartiere oder Stadtteile) und Soll- oder Plan-Ist-Vergleiche (im Hinblick auf finale oder Zwischenziele; gegebenenfalls unter Berücksichtigung rechtlicher Normen und Grenzwerte). Grundlage der Ermittlung von Handlungsbedarfen können außerdem die jeweiligen Rahmenbedingungen (z. B. ökonomische, ökologische oder soziale Strukturbedingungen) sowie die strategischen Schwerpunktsetzungen (z. B. über Gesamt- oder Fachstrategien) der jeweiligen Kommune sein. Zu beachten sind in diesem Zusammenhang auch die Aufgaben oder Aktivitäten anderer relevanter Akteure auf kommunaler Ebene (Bürgerinnen und Bürger, Zivilgesellschaft und Wirtschaft) bzw. auf übergeordneten Ebenen (Land, Bund, Europäische Union und Vereinte Nationen).

Mit Hilfe des SDG-Portals sollen die Nutzerinnen und Nutzer schnell und intuitiv einen ersten Eindruck über den aktuellen Stand einer Kommune auf dem Weg zu den Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen erhalten können. Dargestellt und bewertet werden aktuelle Entwicklungstendenzen. Die Darstellung beruht dabei auf kurzfristigen Zeitvergleichen, d. h. konkret auf Änderungen der beiden jeweils zuletzt gemessenen Indikatorenwerte. Die Bewertung bezieht sich darauf, ob die jeweilige Tendenz (steigende, sinkende oder stabile Indikatorenwerte) im Allgemeinen als positiv, negativ oder neutral einzuschätzen ist. Die aktuellen Tendenzen werden sowohl für die einzelnen Indikatoren, als auch für alle Indikatoren eines SDGs und alle Indikatoren aller SDGs im Überblick visualisiert. Auf diese Weise soll den Nutzerinnen und Nutzern des Portals ein schneller und intuitiver Eindruck über die aktuellen zeitlichen Entwicklungen auf den einzelnen Ebenen vermittelt werden.

Ergänzt werden kann der kurzfristige Zeitvergleich um einen mittelfristigen Zeitvergleich (in Bezug auf die letzten fünf Jahre) sowie den Vergleich mit einer weiteren Kommune (im kurz- und mittelfristigen Zeitvergleich). Eine qualitative Bewertung der zusätzlichen Vergleichsmöglichkeiten wird nicht vorgenommen.

An geeigneten Stellen werden den Nutzerinnen und Nutzern schließlich Links zum Wegweiser Kommune und zum KECK-Atlas angeboten, um weitere Informationen und Analysen ergänzen und Handlungsbedarfe auf dem weiteren Weg zu einer nachhaltigen Entwicklung im Sinne der SDGs ermitteln zu können.

Der Wegweiser Kommune ist ein Informationssystem für Kommunen, die sich ein Bild von ihrer Entwicklung machen und Zukunft aktiv gestalten wollen. Das umfangreiche Datenangebot besteht aus kommunalen Daten und Statistiken für alle Städte und Gemeinden mit über 5.000 Einwohnerinnen und Einwohnern sowie alle Landkreise – ergänzt durch gute Beispiele aus der kommunalen Praxis, Handlungsempfehlungen und Berichte zu ausgewählten Themen (Bildung, demographischer Wandel, Finanzen, Integration, Nachhaltigkeit / SDGs, Pflege, soziale Lage, Wirtschaft und Arbeit sowie Wanderungen nach Ziel und Herkunft).

Die kommunalen Daten und Statistiken erstrecken sich vor allem auf Ist-Daten, enthalten aber z. B. auch Bevölkerungsvorausberechnungen (bis 2030, auf Kreis- und Gemeindeebene) und Pflegevorausberechnungen (bis 2030, auf Kreisebene). Die Ist-Daten können aktuell für die Jahre 2006 bis 2016 abgerufen werden, sodass auch Veränderungen und Entwicklungen im Zeitverlauf darstellbar sind. Die guten Beispiele bzw. Praxisprojekte werden steckbriefartig beschrieben (anhand der Kriterien Ausgangslage, Ziele, Umsetzung und Erfolge). Die Handlungsempfehlungen sind allgemeiner Art oder auf einzelne Demographietypen – hierfür wurden Kommunen mit ähnlichen Entwicklungsmerkmalen auf Basis einer Clusteranalyse zusammengefasst – bezogen. Die Berichte können teilstandardisiert sowie in automatisierter Form für einzelne Themen erstellt und heruntergeladen werden.

Der KECK-Atlas ist ein Monitoringinstrument, mit dem die registrierten Nutzerinnen und Nutzer Daten auf kommunaler oder kleinräumiger Ebene darstellen, graphisch aufbereiten, in Berichtsform darstellen und öffentlich sichtbar machen können. Der KECK-Atlas dient in erster Linie kommunalen Fachplanerinnen und Fachplanern dazu, innerstädtisch ungleich verteilte Chancen und Ausganslagen sichtbar zu machen.

Welche Indikatoren aus welchen Themenfeldern im KECK-Atlas eingestellt werden, obliegt der Entscheidung der Kommune. Die Nutzerinnen und Nutzer des KECK-Atlas legen die Indikatoren, unterstützt durch entsprechende Vorschlagslisten, selbst fest und stellen auch die Daten, mit Hilfe von Formatvorlagen, selbst ein. Für welche Raumgrenzen (z. B. Gesamtstadt, Stadtteil, Quartier, statistischer Bezirk etc.) die Daten dargestellt werden, ist ebenfalls flexibel wählbar.

Sofern die Daten auf kleinräumiger Ebene dargestellt werden sollen, entscheiden die Nutzerinnen und Nutzer eigenständig über die jeweiligen Raumgrenzen. Außerdem bestimmen die Kommunen, welche Daten veröffentlicht bzw. – in einem geschützten Bereich – nur für einen beschränkten Nutzerkreis sichtbar sein sollen.