Das Projekt „SDG-Indikatoren für Kommunen“ wird gemeinsam getragen durch die Bertelsmann Stiftung, das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung, den Deutschen Landkreistag, den Deutschen Städtetag, den Deutschen Städte- und Gemeindebund, das Deutsche Institut für Urbanistik, Engagement Global mit ihrer Servicestelle Kommunen in der Einen Welt und den Rat der Gemeinden und Regionen Europas / Deutsche Sektion.

Das Ziel des gemeinsamen Vorhabens besteht darin, geeignete Indikatoren für die Abbildung und Überprüfung der SDG-Umsetzung in deutschen Städten, Kreisen und Gemeinden zu identifizieren und entsprechende Daten bereitzustellen.

Das Projekt wird auch im Bericht des interministeriellen Arbeitskreises „Nachhaltige Stadtentwicklung in nationaler und internationaler Perspektive“ (IMA Stadt) an den Staatssekretärsausschuss auf Bundesebene für das Jahr 2017 hervorgehoben.

Das Projekt wurde im Mai 2017 gestartet und ist zunächst bis Dezember 2020 angelegt.

Zur Umsetzung des gemeinsamen Vorhabens ist eine Arbeitsgruppe gebildet worden, der Vertreter aller Trägerorganisationen des Projektes angehören. Darüber hinaus werden Diskussionsveranstaltungen für interessierte Kommunen durchgeführt. Auch der Beirat des Projektes „Monitor Nachhaltige Kommune“ der Bertelsmann Stiftung wird regelmäßig über den Fortschritt bei der Entwicklung und Bereitstellung von SDG-Indikatoren informiert.

Im Juli 2018 wurden die ersten Projektergebnisse veröffentlicht. Anschließend begann eine Erprobung der Indikatoren in ausgewählten Kommunen. Die ersten Tests werden Anfang 2019 evaluiert. Auf Basis der Evaluation sollen die Indikatoren gezielt weiterentwickelt werden.

Schritt 1: Relevanz der Sustainable Develeopment Goals (SDGs) prüfen

Im ersten Schritt wird die Relevanz der internationalen Nachhaltigkeitsziele für die kommunale Ebene in Deutschland überprüft. Hierzu werden die Unterziele der SDGs gegebenenfalls in Teilziele unterteilt – sofern ein Unterziel mehrere Komponenten enthält, deren Relevanz für deutsche Kommunen gesondert überprüft werden sollte. Der eigentliche Relevanzcheck gliedert sich dann in einen Problemcheck („Stellt der jeweilige Aspekt für deutsche Kommunen ein wesentliches Problem dar?“) und einen Aufgabencheck („Kann mit Hilfe kommunaler Aufgaben ein Beitrag zu Zielerreichung geleistet werden?“). Nur die Ziele, die als problem- und aufgabenrelevant einzustufen sind, werden in den folgenden Schritten weiterbearbeitet.

Schritt 2: SDG-Indikatoren identifizieren und beschreiben

Um geeignete SDG-Indikatoren zu identifizieren, werden potenzielle Indikatoren gesammelt, bewertet und ausgewählt. Gesammelt werden mögliche SDG-Indikatoren grundsätzlich aus vorhandenen Indikatorenkatalogen für eine nachhaltige Entwicklung (z. B. Indikatorenkataloge der Vereinten Nationen, der Europäischen Union, des Bundes sowie ausgewählter Länder und Kommunen). Die Bewertung bezieht sich auf einzelne Kriterien wie z. B. die Validität, die Verfügbarkeit und die Qualität der Daten. Ausgewählt werden schließlich in erster Linie Indikatoren, die inhaltlich gut geeignet und flächendeckend gut verfügbar sind. Es werden aber auch Indikatoren ausgewählt, die inhaltlich (sehr) gut geeignet, flächendeckend jedoch (noch) nicht gut verfügbar sind. Die ausgewählten Indikatoren werden ausführlich in Form von Steckbriefen beschrieben.

Schritt 3: SDG-Indikatoren erheben und analysieren

Die ausgewählten SDG-Indikatoren werden aus zentralen Quellen (z. B. Statistische Ämter der Länder, Statistisches Bundesamt oder Bundesagentur für Arbeit) erhoben. Die Datenerhebung erstreckt sich, wenn möglich, auf alle Städte und Gemeinden mit über 5.000 Einwohnerinnen und Einwohnern sowie alle Landkreise. Erhoben werden die Daten ab dem Jahr 2006. Nach der Erhebung werden die Daten statistischen Analysen unterzogen, um ein besseres Verständnis für die Zusammenhänge der ausgewählten SDG-Indikatoren zu gewinnen.

Schritt 4: Ergebnisse bereitstellen

Das methodische Vorgehen und die Ergebnisse des Projektes werden ausführlich in einer Publikation beschrieben. Darüber hinaus werden einzelne Inhalte der Publikation (Indikatorenkatalog, Indikatorensteckbriefe, etc.) – online – als Word- oder Excel-Dokument zur Verfügung gestellt. Die Daten zu den inhaltlich gut geeigneten und flächendeckend gut verfügbaren Daten können dem Portal „Wegweiser Kommune“ der Bertelsmann Stiftung entnommen werden. Darüber hinaus enthält der „KECK-Atlas“ der Bertelsmann Stiftung Daten auf kleinräumiger Ebene.